Astrologischer Finanzbericht - von Raymond Merriman
 

Finanzbericht für die Woche vom 22. 11. 2021

Rückblick und Vorschau

Präsident Joe Biden wird am Freitag kurzzeitig die Macht an Vizepräsidentin Kamala Harris übergeben, wenn er sich im Walter Reed National Military Medical Center einer «Routine-Darmspiegelung» unterzieht, teilte das Weisse Haus mit. Biden, der am Samstag 79 Jahre alt wurde, ist der älteste Präsident im Amt, und das Interesse an seiner Gesundheit ist gross, seit er seine Kandidatur für das Weisse Haus im Jahr 2019 erklärt hat. – Zeke Miller, "Biden to Transfer Power to VP Harris Amid Routine Medical Procedure," The Associated Press, 19. November 2021. 

Zermürbt von dem, was sie als tief verwurzelte Dysfunktion und mangelnde Fokussierung ansehen, schlagen wichtige Mitarbeiter des Westflügels die Hände über Vizepräsidentin Kamala Harris und ihren Stab zusammen... Die Enttäuschung geht in beide Richtungen. Interviews mit fast drei Dutzend ehemaligen und aktuellen Harris-Mitarbeitern, Verwaltungsbeamten, demokratischen Vertretern, Spendern und externen Beratern zeigen eine komplexe Realität innerhalb des Weissen Hauses. Viele im Umfeld der Vizepräsidentin sind wütend darüber, dass sie nicht angemessen vorbereitet oder positioniert, sondern stattdessen ins Abseits gedrängt wird. Und ihr Umfeld ist nach wie vor vorsichtig, künftige politische Ambitionen auch nur anzudeuten, da Bidens Team auf Anzeichen von Illoyalität, insbesondere seitens der Vizepräsidentin, sehr sensibel reagiert. – Edward-Isaac Dover und Jasmine Wright, "Exasperation and Dysfunction: Inside Kamala Harris' Frustrating Start as Vice President", www.cnn.com, 18. November 2021.

Interessant ist, dass Joe Biden am Tag der Mondfinsternis, einem Vollmond im Skorpion, der den Dickdarm regiert, eine Darmspiegelung durchführen liess. Er befand sich für kurze Zeit unter Narkose. Und es war ein Tag vor seinem 79. Geburtstag, so dass sein Solar für das kommende Jahr wie eine Darmspiegelung sein könnte und/oder als ob er unter Narkose steht. Für manche mag das nichts Neues sein. Vollmonde und insbesondere Mondfinsternisse, die den Skorpion betreffen, gelten nicht als die beste Zeit für Operationen oder auch nur für einen «routinemäßigen» medizinischen Eingriff. Allerdings steht der Mond bei dieser Finsternis im Stier. Im Stier ist der Mond erhöht, was an sich immer eine günstige Stellung ist. Er kann die Gefahren dieser Mondfinsternis überwinden, die auch noch historisch ist, da es sich um die längste Mondfinsternis seit 1440 handelt. Je länger die Finsternis andauert, desto länger bleibt das Thema der Zeichen präsent. Bei Stier und Skorpion geht es um Kredite und Schulden, Steuern, Überwachung, Spionage und Schnüffelei, Verschwörungen hinter den Kulissen und alles, was mit Loslassen, Entfernen und Reform zu tun hat.

Auf den Finanzmärkten kann die Mondfinsternis mit einer Intraday-Volatilität einhergehen, vor allem, wenn der Mond im Laufe des Tages – wie am Freitag – von dem ruhigen Stier in die unberechenbareren und aufsehenheischenden Zwillinge läuft. Tatsächlich war die gesamte Woche etwas seltsam, da die Sonne und der Mars ihr zweiwöchiges T-Quadrat mit Saturn und Uranus Mitte der Woche, kurz vor der Mondfinsternis, beendeten. Der S&P und der NASDAQ erreichten bei der Mondfinsternis am Freitag neue Allzeithochs, während der DJIA auf den tiefsten Stand seit über drei Wochen fiel – ein Beispiel für die dualistische Natur der Zwillinge, insbesondere nach einer Mars/Uranus-Opposition. Gold und Silber erreichten am Dienstag, den 16. November, einen Tag nach unserem geokosmischen Zwei-Sterne-kritischen Umschwungdatum (KUD) vom 12. bis 15. November neue Mehrmonats-Hochs. Beide fielen dann bei der Mondfinsternis am Freitag auf ihre Wochen-Tiefs.

Die Anfälligkeit der Märkte war damit noch nicht zu Ende. Bitcoin erreichte am Montag, dem 15. November, ein sekundäres Hoch bei 66.150, fiel aber bis Freitag auf 55.571, den tiefsten Stand seit über einem Monat und ein Verlust von 19,5 % seit seinem Allzeithoch vom 10. November. Für uns ist das in Ordnung. Wir hatten nach diesem Hoch mit einem Rückgang von 20 % gerechnet. Der instabilste Markt war jedoch wohl der Euro, der am Freitag auf ein neues Mehrjahres-Tief von 1,1248 fiel, den tiefsten Stand seit Juli 2020. Es ist interessant, dass er so dramatisch fällt, wo doch der DAX einen Tag zuvor, am 18. November, ein neues Allzeithoch bei 16.290 verzeichnete. Rohöl hat ebenfalls eine schwierige Woche hinter sich und fiel am Freitag auf 75,09, den tiefsten Kurs seit einem Monat.

Kurzfristige geokosmische Signaturen und längerfristige Gedanken

Seit 1970 gehen negative Renditen von T-Notes in der Regel mit einem sinkenden Aktienmarkt einher. Heute sind die Renditen mit minus 4,7 % die zweittiefsten seit 1970, und dennoch ist der S&P 500 im letzten Jahr um fast 30 % gestiegen. Was ist heute anders? Erstens ist der Markt für T-Notes seit Beginn der zweiten quantitativen Lockerung des FED im Jahr 2010 manipuliert worden... Angesichts der steigenden Inflation und der hohen Staatsverschuldung könnten ein sprunghafter Anstieg der Renditen für T-Notes oder eine marktbedingte Straffung eine Finanzkrise auslösen. Die günstige Finanzierung wird verschwinden und die Renditen für T-Notes nicht länger vor grossen Haushaltsdefiziten schützen. – Lawrence Goodman, «How the Fed Rigs the Bond Market», Wall Street Journal, 18. November 2021.

Keiner von beiden (Jerome Powell oder Lael Brainard) verdient das Amt des FED-Präsidenten, wenn man sie danach beurteilt, wie gut sie ihre wichtigste Aufgabe, die Gewährleistung der Preisstabilität, erfüllt haben. Unter Powells FED kam es zu einer Inflation, die es nicht fähig war vorherzusehen und nur verzögert anging. Das erklärte Inflationsziel des FED liegt bei 2 %, aber der Verbraucherpreisindex ist im Oktober um 6,2 % gegenüber dem Vorjahresmonat gestiegen. Dies ist in jeder Hinsicht ein historischer Misserfolg. – «Tweedledum und Tweedledee at the Fed», Wall Street Journal, Meinungsseite, 18. November 2021.

Ja, natürlich hat das FED den Markt für T-Notes manipuliert, der alles andere als ein «freier Markt» ist, auf dem die Kurse von Käufern und Verkäufern bestimmt werden, die frei und fair miteinander konkurrieren. Stattdessen konkurrieren sie mit den grössten Banken der Welt – den Zentralbanken. Sich gegen das FED und dessen Manipulation der Märkte zu stellen, ist ein aussichtsloses Unterfangen, seit die kardinale Klimax 2008 begann, als Pluto (Schulden und Manipulation) in den Steinbock trat und die quantitative Lockerung und Nullzinspolitik einsetzten, und wahrscheinlich sogar seit dem Ausverkauf vom Schwarzen Montag im Oktober 1987, als das FED mit ausserordentlichen neuen Befugnissen ausgestattet wurde. Pluto verlässt den Steinbock am 22. Januar 2024.

Aber bestand die Idee zur Lösung der «Schuldenkrise» nicht immer darin, dass wir uns durch Inflation aus der Krise befreien? Auf dem Weg dorthin geschah jedoch etwas, das nicht Teil der Kalkulation war (es ist nie Teil der Kalkulation, denn wenn es so wäre, wäre es nicht erlaubt). Das FED, die Regierung und die Bürger wurden süchtig nach plutonischen Konzepten, anstatt sich auf Reformen zu konzentrieren, welche die höhere Entsprechung dieses Planeten verkörpern. Sie haben die schwere Medizin verabreicht, um den Schmerz zu lindern, aber jetzt können sie nicht mehr davon loskommen, ohne die negativen Folgen zu spüren, die entstehen, wenn man zu lange an der Medizin des Stimulus festhält.

Pluto beherrscht das Zurechtbasteln und Manipulieren, ebenso wie Korruption, Zwang und Macht. Wenn Führungskräfte erst einmal an die Macht gekommen sind und anfangen, auf korrupte und zwanghafte Weise mit den öffentlichen Geldern umzugehen (um ihre Macht und Position zu erhalten), wird dies zu einer unaufhaltsamen Kraft, bis ... es aufgedeckt wird und die Opposition dem ein Ende bereitet. Aber irgendwann enden alle Zyklen, und das Ende eines Zyklus ist – wie das Leben selbst – häufig ein Schiffbruch, wenn man sich nicht richtig vorbereitet oder geplant hat.

Es ist unbedingt notwendig, dieses Schiff sehr bald wieder in Ordnung zu bringen. Es muss nicht als Schiffbruch enden, denn zur gleichen Zeit haben die meisten der äusseren Planeten gerade ihre langjähige, zunehmende Phase begonnen. Es besteht die Chance, all diese Markt-Manipulationen in den nächsten 6 bis 18 Monaten rückgängig zu machen, aber das erfordert eine gemässigte Politik und Massnahmen (zunehmender Jupiter/Saturn-Zyklus), nicht Extreme und Manipulation (Saturn/Uranus-Quadrat und Pluto noch im Steinbock). Andernfalls könnte die Kur schlimmer sein als das Problem.

In der Zwischenzeit steuert dieses Schiff immer noch auf die dritte von drei kraftvollen Perioden zu, die wir in unseren Webinaren zu den Voraussagen für 2021 im Februar und Mai beschrieben haben. Tatsächlich befinden wir uns jetzt in dieser Phase: Vom 29. Oktober bis 31. Dezember und insbesondere in den letzten beiden Dezemberwochen, wenn die Venus auf rückläufig dreht und Saturn sein drittes abnehmendes Quadrat zu Uranus bildet. Die Rückläufigkeit der Venus (19. Dezember 2021 bis 29. Januar 2022) findet im späten Steinbockzeichen statt und steht in Konjunktion mit Pluto. Sie fällt häufig mit einer Änderung der Geldpolitik des FED und anderer weltweit bedeutsamer Zentralbanken zusammen. Dies ist angesichts der Konjunktion mit Pluto, der die Schulden regiert, umso wahrscheinlicher. Zum Jahresende werden die Währungsmärkte und wahrscheinlich auch die Märkte für Kryptowährungen von großer Bedeutung sein. Im Steinbock könnten wir von neuen Regulierungsbemühungen hören.

In dieser Woche laufen die Sonne und der Merkur für die nächsten 3 bis 4 Wochen in den Schützen. Dies ist in der Regel positiv für die weltweiten Aktienmärkte, da Schütze für guten Willen und Freude steht. Hoffen wir, dass sich dieses Thema wiederholt und nicht durch das Saturn/Uranus-Quadrat vom 24. Dezember unterbrochen wird.

Die US-Börsen bleiben am Donnerstag, dem 25. November, wegen des Thanksgiving-Feiertags geschlossen. Am Tag davor und danach sind die Aktienmärkte normalerweise bullisch.

MMA Cycles Report: Aktien- und Rohstoffmärkte

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"Voraussagen für 2022"

Die jährlichen Voraussagen, die seit 1976 von Raymond A. Merriman verfasst werden, bieten einen einzigartigen, präzisen Ausblick auf das jeweils kommende Jahr. Unter Anwendung von Zyklenforschung und mit Hilfe geokosmischer Faktoren werden in diesen jährlichen "Voraussagen" die politischen, wirtschaftlichen und finanzmarktrelevanten Trends für wichtige Länder und Märkte prognostiziert.

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