Astrologischer Finanzbericht - von Raymond Merriman
 

Finanzbericht für die Woche vom 11. 10. 2021

Rückblick und Vorschau

Die US-Wirtschaft hat im September deutlich langsamer neue Arbeitsplätze geschaffen als erwartet, was ein pessimistisches Zeichen für ihren Zustand ist... Die Zahl der Beschäftigten in der Privatwirtschaft stieg in dem Monat nur um 194.000, verglichen mit der Dow-Jones-Schätzung von 500.000, wie das Arbeitsministerium am Freitag mitteilte. Die Arbeitslosenquote fiel auf 4,8 %, besser als die Erwartung von 5,1 % und der niedrigste Stand seit Februar 2020. – Jeff Cox, «September's Jobs Creation Comes Up Short With Gain Of Just 194,000», www.cnbc.com, 8. Oktober 2021.

Die Lohnzuwächse im September unterstützen das Argument, dass das derzeitige Tempo der Inflation länger anhalten könnte als von vielen Ökonomen erwartet. – Jeff Cox, «Strong Wage Gains Cast Doubt That Inflation Is Going Away Anytime Soon», www.cnbc.com, 8. Oktober 2021.

Es ist schwer zu sagen, was stärker mit den starken Kursschwankungen der globalen Aktienindizes in der vergangenen Woche zusammenhängt: der Neumond in der Waage, die Sonne/Mars-Konjunktion oder die Mitte des rückläufigen Merkurzyklus. 

Der Neumond in der Waage wird eher mit Hochs der weltweiten Aktienindizes in Verbindung gebracht, aber die Tiefs der letzten Woche waren das wichtigste Thema der Woche vom 6. Oktober, als der Neumond stattfand. Vielleicht liegt es am rückläufigen Merkur, dass derzeit viele technische oder charttechnische Muster das Gegenteil ihrer historischen Tendenzen zeigen oder falsche Kauf- und Verkaufssignale aussenden, die kurz darauf wieder zurückgenommen werden. Die Mitte des dreiwöchigen Rückläufigkeitszyklus war der 7./8. Oktober. 

Dann gibt es noch den 25-monatigen synodischen Sonne/Mars-Zyklus. Historisch gesehen weist diese geokosmische Signatur mit einem Orbis von 8 Grad eine starke Korrelation mit Umschwüngen von 8 bis 20 % bei den Aktienindizes auf. Dies deckt den Zeitraum vom 13. September bis zum 1. November ab. Das genaue Datum der Konjunktion war der 8. Oktober. Wie auch immer der Zusammenhang aussehen mag, die globalen Aktienindizes vollzogen Mitte letzter Woche eine Trickster-ähnliche plötzliche Kehrtwende von ihrem mehrwöchigen Rückgang und legten eine kräftige Rallye hin.

Rückblickend können wir feststellen, dass nicht alle weltweiten Aktienindizes einen Rückgang von 8 % oder mehr gegenüber ihren jüngsten Hochs erlitten haben. Das vielleicht verblüffendste Beispiel dafür ist Japan, wo der Nikkei am 14. September, einem geokosmischen 2-Sterne kritischen-Umschwung-Datum (KUD), auf ein 31-Jahres-Hoch bei 30.795 stieg. Drei Wochen später, am 6. Oktober, stürzte er auf 27 292 ab, was einem Verlust von 11,37 % entspricht. Der Hang Seng in Hongkong war um 10,8 % gefallen, während der SMI um 9,6 % auf ein Tief in der letzten Woche sank. In den USA fiel der nächstgelegene NASDAQ-Future von seinem Allzeithoch am 7. September um 8,5 % auf ein Tief vom 6. Oktober. Doch dann geschah etwas Seltsames im Börsenverlauf. Seit den Tiefs zum Neumond vom 6. Oktober ging es plötzlich wieder bergauf, und in den folgenden zwei Tagen kam es zu einer kräftigen Rallye. War das das Ende des Sonne/Mars-Rückgangs? Möglicherweise, denn mehrere technische Indikatoren sind nun in einen bullischen Modus übergegangen. Da der Trickster jedoch noch bis zum 18. Oktober rückläufig ist, sind irreführende und widersprüchliche Signale weiterhin möglich. Nichts ist sicher, wenn er frei agiert.

Auf den anderen Märkten erreichte Rohöl am Freitag, den 8. Oktober, zum ersten Mal seit November 2014 wieder die Marke von 80 Dollar pro Barrel. Bitcoin explodierte erneut und erreichte am Freitag 56.141 Punkte, womit es allmählich seine Allzeithochs bei etwa 65.000 Punkte angreift. Noch vor drei Monaten lag das Tief bei 28.800, was für den Marktführer unter den Kryptowährungen einen Zuwachs von fast 100 % bedeutet. 

Bei den sogenannten «stabilen» Währungen fiel der Euro in der vergangenen Woche am 6. Oktober auf 1,1527 und damit erneut auf den tiefsten Stand seit über einem Jahr. Dies schien jedoch Gold und Silber nicht zu stören, die am Freitag auf den höchsten Stand seit ihren jüngsten Tiefs vom 29. September stiegen. Vor allem Silber ist nach seinem Jahrestief von 21,41 vor weniger als zwei Wochen jetzt interessant. 

Kurzfristige geokosmische Signaturen und längerfristige Gedanken

Die Immobilienpreise steigen in einem Rekordtempo, aber die Einkommen halten nicht Schritt – was dazu führt, dass Wohneigentum immer unerschwinglicher wird. – Orla McCaffrey, «Home Affordability Hits Lowest Point in Years», Wall Street Journal, 4. Oktober 2021

Die geschäftsführende Direktorin des IWF, Kristalina Georgieva, thematisierte steigende Risiken durch Inflation, Verschuldung sowie ein Auseinanderklaffen der Wachstumsperspektiven zwischen Ländern, die Zugang zu Corona-Impfstoffen haben, und solchen, die eine Impfung benötigen. – Martin Crutsinger, «IMF Scales Back Global Recovery Projections», Associated Press, 8. Oktober 2021

Ich freue mich immer auf diese Zeit des Jahres, in der ich mich zurückziehe, um den grössten Teil der jährlichen «Voraussagen» zu schreiben. Und diese Übung gibt mir die Gelegenheit, aktuelle geokosmische Muster und ihre Korrelation mit historischen Ereignissen zu erforschen und zu überprüfen, insbesondere im Hinblick auf die Zyklen der Weltwirtschaft und der Finanzmärkte. Ich habe das Gefühl, dass ich dadurch mehr Vertrauen in die Prognosen für das nächste Jahr gewinnen kann, was mir wiederum hilft, meine Gedanken für Investitionen und Positionstrading zu ordnen. In vielen Fällen inspirieren mich die Entdeckungen, die dieser Prozess mit sich bringt.

In der vergangenen Woche machte ich eine interessante Erfahrung, die ich seit meiner Studienzeit nicht mehr gemacht hatte. Ich hatte eine «Schreibblockade». Normalerweise wache ich morgens mit einer Idee auf, was ich recherchieren und/oder schreiben möchte, und ich schreibe den ganzen Tag über, zumindest bis es an der Zeit ist, nach Börsenschluss meinen Tagesbericht für die Abonnenten zu schreiben. Aber das war in den vergangenen zwei Wochen nicht der Fall. Mir fiel nichts ein. Meine Nachforschungen ergaben nichts, was ich als «aufschlussreich» oder «beachtenswert» für 2022 bezeichnen würde. Es war öde; ich war öde. Ich wurde auch ein wenig unruhig, weil nur eine bestimmte Zeit zur Verfügung steht, um die «Voraussagen für 2022» zu schreiben, und die Tage vergingen, ohne dass es etwas festzuhalten gab. 

Also dachte ich, ich würde es ein bisschen anders machen. Anstatt morgens früh aufzustehen, begann ich spät nachts zu schreiben. Voilà! Da war es! Plötzlich entdeckte ich mich selbst als Schreiber in der Nacht, und die Ideen und Einsichten begannen zu fliessen. "Worum geht es hier?" fragte ich mich. Vielleicht ist es der rückläufige Merkur. Immerhin ist Merkur mein AC-Herrscher, der Planet, der das Schreiben regiert, und er steht in meinem dritten Haus des Schreibens. Vielleicht sind es nicht nur die Markttrends, die sich bei rückläufigen Planeten wie Merkur umkehren. Vielleicht ist es auch die gewöhnliche Routine im Alltag, die unterbrochen wird.

Wenn man an Blockaden im Leben denkt, wie z. B. eine «Schreibblockade», bringt man dies in der Regel mit Saturn in Verbindung. Und so ist es nicht verwunderlich, dass die nächste starke geokosmische Level 1-Signatur der stationäre Saturn ist, der am Montag, dem 11. Oktober, auf direktläufig dreht. Es handelt sich um die stärkste Level 1-Signatur, weil sie eine sehr hohe Übereinstimmung (70 %) mit Primär- oder grösseren Zyklen an den US-Aktienmärkten innerhalb von neun Handelstagen aufweist. Das Tief mehrerer globaler Aktienindizes vom vergangenen Mittwoch könnte ein Tief des Primärzyklus oder ein erneuter Test eines solchen sein, da es nur drei Handelstage sind, bevor Saturn auf direktläufig dreht. Saturns Themen sind Niederdrücken, Zusammenziehen, Kleinhalten. Er regiert Mauern. Vielleicht regiert er auch Schreibblockaden. Immerhin findet diese Änderung der Laufrichtung in meinem fünften Haus der Kreativität statt, und sie steht auch noch in einer exakten Opposition zu meinem Radix-Saturn im Löwen.

Es ist so einfach, den rückläufigen Merkur und den Trickster für alles verantwortlich zu machen, was schief läuft. Und ja, mein Computer und wichtige Softwareprogramme waren letzte Woche auch nicht in Ordnung, ganz zu schweigen davon, dass meine Türklingel nicht mehr funktionierte und die Batterie meines Autoschlüssels leer war. 

Oh, Gott. Ich bin so froh, dass ich jetzt erkannt habe, dass Saturn am Montag auf direktläufig dreht. Ich kann aufhören, den rückläufigen Merkur für meine Schreibblockade verantwortlich zu machen und mich von einem Morgenmenschen wieder zu einem Abendmenschen wandeln. Jetzt fühle ich mich wieder wie im College. Aber Moment mal: Soll Saturn nicht dafür sorgen, dass man sich alt fühlt? Vielleicht ist das nur ein weiterer Fall vom rückläufigen Merkur, der die gewöhnlich erwartete Realität in etwas völlig anderes verwandelt. 

Was die Märkte der nächsten Woche angeht, so ist Saturn nicht der einzige Planet, der in der Woche um 11. Oktober seine Laufrichtung ändert. Pluto beendete seine Rückläufigkeit am 6. Oktober; am 18. Oktober folgen Merkur und Jupiter. Das sind vier Planeten, die innerhalb einer Woche um den 11. Oktober von rückläufig auf direktläufig drehen. Das ist enorm und selten! Es wäre kein Wunder, wenn auch die Finanzmärkte ihren Trend umkehren würden. Und da die Geokosmik Veränderungen in der menschlichen Aktivität widerspiegelt, ist die Ursache für all dies wahrscheinlich eine Veränderung der kollektiven Aufmerksamkeit. Was vorher wichtig erschien (z. B. die Schuldenobergrenze, der Shutdown der Regierung, zunehmende Fälle der Delta-Variante), kann sich in etwas anderes verwandeln, und das bringt neue Trends im Denken und im Marktverhalten mit sich. 

Ankündigung

Der monatliche MMA-Cycles-Report für Oktober 2021 wird diese Woche veröffentlicht. Jede Ausgabe enthält einen Ausblick auf den US-Aktienmarkt (DJIA- und S&P-Futures), Gold und Silber, den Euro, Rohöl sowie den DAX und SMI. Er beschreibt zudem die geokosmischen KUDs (geokosmische Kritische Umschwung-Daten) und Sonne/Mond-Umschwung-Daten für den DJIA, Gold und Silber sowie Handelsstrategien für Trader in den nächsten Wochen.

MMA Cycles Report: Aktien- und Rohstoffmärkte

Abonnements: 1 Jahr Fr. 420.– / € 380.–, 4 Monate Fr. 160.– / € 145.– oder 2 Monate Fr. 85.– / € 75.–
Der deutschsprachige Börsenbrief von Raymond Merriman bietet einen einzigartigen langfristigen Ausblick auf die folgenden Märkte: den DJIA (Dow Jones Industrial Average), den SMI (Swiss Market Index), den DAX (Deutscher Aktien-Index), Gold und Silber, Währungen sowie Rohöl.
Der MMA Cycles Report auf Deutsch erscheint einmal pro Monat und umfasst 25–30 Seiten (inklusive 12–15 Charts).
Der Versand erfolgt nur per E-Mail.

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