Astrologischer Finanzbericht - von Raymond Merriman
 

Finanzbericht für die Woche vom 07. 09. 2020

Der Report dieser Woche erscheint in ungewohnter Form. Statt einer Analyse der aktuellen Märkte beinhaltet er Passagen aus dem Buch „Voraussagen für 2020“, die durch kursive Kommentare ergänzt werden. 

Auszüge aus dem Buch „Voraussagen für 2020“: Jupiter/Pluto-Konjunktion: „Extremen Massnahmen“

Heute sind die Republikaner die fiskalisch verantwortungslose und die Demokraten die fiskalisch wahnsinnige Partei. – Mona Charen, „Deficit is the Great Missing Topic“, Arizona Republic, 11. November 2019.

Die letzte Etappe des Steinbock-Stelliums beinhaltet den 13-jährigen synodischen Zyklus von Jupiter und Pluto. Dies ist eine Serie von Konjunktionen mit drei Durchläufen vom 4. April, 30. Juni und 12. November 2020.

Zusammen mit der Saturn/Pluto-Konjunktion vom 12. Januar 2020 und der Jupiter/Saturn-Konjunktion vom 21. Dezember 2020 wird die Jupiter/Pluto-Konjunktion der dritte synodische Zyklus der äußeren Planeten im Jahr 2020 sein. Es gibt nur 10 mögliche Kombinationen mit Jupiter und den Planeten jenseits seiner Umlaufbahn, so dass es äußerst selten ist, drei dieser zehn längerfristigen synodischen Zyklen im selben Jahr zu erleben. Es ist auch sehr selten, dass sich die Jupiter/Pluto-Konjunktion in einer Serie von drei Durchläufen entfaltet, was in den letzten 160 Jahren nur zweimal der Fall war (Juli 1869 und Mai 1870 sowie November 1955 und Juni 1956).

Zu den Prinzipien von Jupiter gehören Optimismus, Hoffnung, Wachstum, Expansion, Übertreibung und Extremismus. Er umfasst auch den Welthandel, Bildung und Gerichte, wo Recht gesprochen wird. Alles erscheint mit Jupiter aufgebauscht – größer als normal. Das Jahr begann mit großen Hoffnungen und neuen Allzeit- oder Mehrjahreshochs in vielen globalen Aktienindizes sowie einem äußerst günstigen weltweiten wirtschaftlichen Ausblick für das Jahr 2020.

Aber in diesem Fall befindet sich Jupiter im Steinbock, dem Zeichen, das die entgegengesetzten Prinzipien repräsentiert, nämlich Realismus, Ernsthaftigkeit, Skepsis, Kontraktion und Grenzen. Jupiter verkörpert den Drang zu wachsen, frei zu sein und Risiken einzugehen. Im Steinbock trifft er auf den Drang, konservativ, sicherheitsorientiert und risikoscheu zu sein und stattdessen den gesunden Menschenverstand und Sachkenntnis zu nutzen, um klar definierte Ziele zu erreichen. Der Steinbock handelt nach einem Plan; Jupiter handelt in der Hoffnung und dem Glauben, dass es schon funktionieren wird, weil eine gute Idee dahinter steckt, und der Erfolg in gewisser Weise „vorherbestimmt“ ist. Anstatt Sicherheit und gesunden Menschenverstand walten zu lassen und an dem Plan festzuhalten, der nach der ersten Welle vom Februar bis April funktionierte, ging die Welt zu früh große Risiken im Hinblick auf die COVID-19-Pandemie ein, sodass diese im späten Frühjahr und Sommer mit voller Kraft zurückkam.

Jupiter im Steinbock steht im besten Sinne für Erfolg durch Mäßigung. Er hat hohe Ansprüche, kombiniert mit einem Gefühl für das Mögliche. Ein Teil will wachsen und expandieren, ein anderer Teil versteht die Notwendigkeit, Grenzen anzuerkennen. Jupiter und Saturn können gut zusammenarbeiten und mit ihren Bemühungen nachhaltige Erfolge erzielen. Sie können ein gutes, fundiertes Urteilsvermögen mit langfristigen Perspektiven an den Tag legen. 

Im schlimmsten Fall steht eine wachsende Frustration über Verzögerungen und Hindernisse dem Fortschritt im Wege. Anstelle von stetigem Gewinn und Fortschritt, was die Dinge vorantreibt, kann dies auf eine Zeit großer Verluste, Enttäuschungen und schließlich der Aufgabe von Projekten hinweisen. Viele Regierungen wurden zum Lockdown gezwungen, und viele Unternehmen gingen pleite oder mussten ihre Projekte zurückfahren, da die Menschen sich nicht mehr persönlich treffen oder Präsenz-Konferenzen abhalten konnten. Jupiter regiert Konferenzen und Reisen, und beide litten im Jahr 2020 unter den Einschränkungen und Verboten (Steinbock). Ein Beispiel: Zum letzten Mal lief Jupiter zwischen dem 18. Dezember 2007 und 5. Januar 2009 durch den Steinbock. Dies war der Beginn der Großen Rezession von Dezember 2007 bis Juni 2009 und bedeutete die Verzögerung vieler Projekte, die Regierungen und Wirtschaftsführer gerne in Angriff genommen hätten.

Jupiter im Steinbock fällt jedoch nicht immer mit wirtschaftlicher Rezession zusammen. Die „Große Rezession“ von 2007 von 2009 begann auch nahe der letzten Jupiter/Pluto-Konjunktion, vom 11. Dezember 2007, nur eine Woche vor dem Jupiter-Ingress in den Steinbock. Der Jupiter/Pluto-Zyklus könnte eine stärkere Korrelation mit Rezessionen und Verschuldung aufweisen, wie die Rezessionen in den beiden vorangegangenen Fällen vom 2. Dezember 1994 (Bankrott der städtischen Obligationen in Orange County, Kalifornien) und vom 2. November 1981 (Ermordung des ägyptischen Präsidenten Anwar es-Sadat am 6. Oktober 1981 und eine Rezessionsphase in den USA) zeigen. Im Jahr 2020 fiel die Jupiter/Pluto-Konjunktion erneut mit einer schrecklichen wirtschaftlichen Rezession und Panik an den Börsen zusammen, was zu Beginn des Jahres völlig unerwartet kam. Doch dann schlug Jupiter/Pluto zu, und all der Optimismus über die glorreiche nationale und globale Wirtschaft und ihr Wachstum wurde zunichte gemacht.

Dies bringt uns zur Bedeutung der Jupiter/Pluto-Konjunktion im Steinbock. Pluto, wie zuvor besprochen, regiert die vier D's in der Wirtschaft: Defizite, Schulden, Herabstufung und Ausfall (engl.: deficits, debt, downgrade and default). Jupiter, in Konjunktion mit Pluto und als Symbol für Wachstum und Extremismus, im Zeichen Steinbock, der für Regierungen und das Große Geld steht, lässt eine Verschärfung bei den vier D's erwarten. Das Haushaltsdefizit in den USA steht zum ersten Mal seit sieben Jahren wieder vor der Eine-Billion-Dollar-Grenze, und das unter der politischen Partei, die versprochen hat, das Haushaltsdefizit zu reduzieren. Die Staatsverschuldung ist zu Beginn des Jahres 2020 auf 23 Billionen Dollar gestiegen, ebenfalls ein Rekord. Es gibt (noch) keine Herabstufung der US-Bonität, aber für das Jahr 2020 weist die Jupiter/Pluto-Konjunktion darauf hin, dass einige (oder viele) Nationen sowie mehrere große Unternehmen weltweit eine Herabstufung der Bonität zu erwarten haben, und viele sogar Konkurs anmelden werden. Die Ausgaben der US-Regierung für das Jahr 2020 werden aufgrund der Pandemie und des Lockdowns voraussichtlich um 7 Billionen Dollar steigen, viel mehr als der zuvor erwartete Anstieg um 1 Billion Dollar.

Wir können die Prinzipien von Jupiter, Pluto und Steinbock auch auf den globalen gesellschaftspolitischen Bereich anwenden. Wenn wir Jupiter als Extremismus und „selbstgerechten“ Glauben betrachten, Steinbock als „Gesetze und Regeln, die befolgt werden müssen und bei Verstoß bestraft werden“, und Pluto als Gruppen von Menschen, die Macht ausüben (nicht unbedingt in der Regierung), dann erhalten wir ein Setup vieler Möglichkeiten. Einer davon wäre eine Zunahme der „Sittenpolizei“ auf der ganzen Welt, die jeden bestrafen oder sogar inhaftieren will, von dem sie glaubt, er habe ihre Regeln oder Gesetze verletzt. Ein weiterer Ausdruck wären endlose (Jupiter) Untersuchungen (Pluto) über das Verhalten von Regierungschefs (Capricorn), die deren Amtsgeschäfte erheblich einschränken. In seiner extremsten Form steht Pluto für ein Amtsenthebungsverfahren oder gar die Amtsenthebung von Regierungschefs, bzw. die entsprechende Drohung (Pluto). Als Reaktion auf den Tod von George Floyd durch die Polizei von Minneapolis sind die zivilen Auseinandersetzungen in den Großstädten der USA eskaliert. Gruppen von Demonstranten haben sich in vielen Großstädten in gewalttätige, plündernde und mordende Banden verwandelt, und einige haben sogar Stadtteile besetzt und ihre eigenen autonomen Zonen organisiert. Recht und Ordnung sind somit zu einem wichtigen Wahlkampfthema bei den US-Präsidentschaftswahlen 2020 geworden, im Einklang mit der Konjunktion von Jupiter (extreme Massnahmen) mit Pluto (Potential für Gewalt und Zerstörung) im Steinbock, dem Zeichen der Gesetze und Regeln. 

Während dies geschrieben wird (November 2019), sehen wir bereits, dass diese Aktivitäten von Jupiter/Pluto im Steinbock in den USA mit den Untersuchungen zur Amtsenthebung und Entlassung von Präsident Trump begonnen haben. Gleichzeitig werden Untersuchungen gegen die andere Partei (Demokraten) eingeleitet, um zu klären, ob sie mit illegalen Methoden den Mueller-Report über die Einmischung in die Wahl von 2016 ermöglicht hat. Typisch für Jupiter gibt es nicht nur eine Untersuchung gegen eine politische Partei in den USA, sondern gleich zwei, um herauszufinden, ob die Verantwortlichen beider Parteien illegal gehandelt haben, indem sie „verdeckte“ Handlungen vertuschen wollten, mit denen sie der anderen Partei Schaden zufügen oder mehr Macht über sie erlangen wollten. Pluto bezieht sich auf „Vertuschungen“ und „verdeckte Handlungen“, um einen Vorteil gegenüber dem Gegner zu erlangen. Seitdem dies geschrieben wurde, wurde vom Repräsentantenhaus ein Impeachment-Verfahren gegen Präsident Donald Trump eingeleitet, aber dank der Abstimmung im Senat wurde er nicht seines Amtes enthoben. Und nun laufen Ermittlungen gegen die Obama-Regierung wegen ihrer verdeckten illegalen Bespitzelung der Trump-Kampagne von 2016.

Positiv ist, dass Jupiter mit drei Übergängen ein harmonisches Sextil mit Neptun bildet (20. Februar, 27. Juli und 12. Oktober 2020). Diese Kombination bietet die Möglichkeit, die nationalen Einnahmen zu erhöhen. Da Pluto Steuern und Zölle regiert, und mehr Menschen arbeiten und Steuern zahlen, und gleichzeitig Zölle auf zahlreiche US-Exportgüter erhoben werden, könnten die Einnahmen steigen. Vielleicht hilft dies bei der Reform und dem Ausgleich des Staatsdefizits. Dies war bis März 2020 der Fall, als die COVID-19-Panik einsetzte. Aber seltsamerweise hat sich der Aktienmarkt sehr gut erholt, und sowohl der S&P als auch der NASDAQ haben neue Allzeithochs erreicht, nachdem der DJIA zwischen Mitte Februar 2020 und Ende März einen Verlust von 38 % erlitten hatte. Wird sich die Erholung fortsetzen, nachdem das letzte Jupiter/Neptun-Sextil am 12. Oktober endet?

Aus dem Abschnitt über den Aktienmarkt: Die Jupiter/Pluto-Konjunktion vollzieht sich in drei Passagen am 4. April, 30. Juni und 12. November 2020. Die gesamte Periode wird als „zentrales Zeitfenster” bezeichnet. Dieses Zeitfenster benötigt einen Orbis von weniger als einem Monat, um mit einem langfristigen Börsenzyklus zu korrespondieren. Auch dies ist eine wichtige geokosmische Signatur für die Börse, insbesondere wenn sie mit drei Passagen auftritt, was erst das dritte von 13 Mal in den letzten 160 Jahren ist, wie in Band 2 der „Stock Market Timing“-Serie beschrieben: „Die Jupiter/Pluto-Konjunktion ist eine ziemlich verlässliche Signatur für einen Zwischenzyklus bei den US-Aktien. Wenn sich die Konjunktion jedoch wegen der Rückläufigkeit in drei Phasen entfaltet, dann korrespondiert sie zumeist mit langfristigen Zyklen wie einem 4-Jahres-Zyklus. In beiden historischen Fällen hat sich das Hoch im 4-Jahres-Zyklus im zentralen Zeitfenster der drei-Passagen-Konjunktion entfaltet.“ Es sollte uns daher nicht überraschen, wenn 2020 erneut ein Zyklushoch während des Drei-Passagen-Übergangs entfaltet. Der DJIA erreichte sein Allzeithoch am 12. Februar - was zumindest bis zur Niederschrift dieses Artikels gilt - und dann stürzten die Märkte Ende März auf ihre Tiefs. Jetzt erholen sie sich auf ansprechende Weise, wobei der der S&P und der NASDAQ neue Allzeithochs verzeichnen. Aber werden diese Rallyes wie in der Vergangenheit im Dezember 2020 enden, einen Monat nach der letzten Jupiter-Pluto-Konjunktion?

Zusammenfassend ist es offensichtlich, dass das Jahr 2020 mit den drei Durchgängen der Jupiter/Pluto-Konjunktion im Steinbock tatsächlich ein Jahr "extremer Maßnahmen" gewesen ist. Wir werden diese Zusammenhänge und ihre Folgen für die Zukunft in den „Voraussagen für 2021“ eingehend erörtern. Sie erscheinen im Dezember 2020.

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Die jährlichen Voraussagen, die seit 1976 von Raymond A. Merriman verfasst werden, bieten einen einzigartigen, präzisen Ausblick auf das jeweils kommende Jahr. Unter Anwendung von Zyklenforschung und mit Hilfe geokosmischer Faktoren werden in diesen jährlichen "Voraussagen" die politischen, wirtschaftlichen und finanzmarktrelevanten Trends für wichtige Länder und Märkte prognostiziert.

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