Uranus und der bedeutsame Januar-Vollmond

 

Von Claude Weiss

Um die Zeit der Wintersonnenwende 2020 hat sich aus astrologischer Sicht etwas Wesentliches verändert. Von drei Langsamläufern, die während des ganzen Jahres 2020 im Steinbockzeichen standen, sind kurz nach Mitte Dezember Jupiter und Saturn ins Wassermannzeichen getreten, sodass nur noch Pluto im Steinbockzeichen zurückbleibt. Jupiter und Saturn haben am 21. Dezember auch eine Konjunktion im Wassermannzeichen gebildet, womit zusätzlich eine Periode von beinahe 200 Jahren eingeläutet wird, während welcher die alle 20 Jahre sich ereignenden Jupiter/Saturn-Konjunktionen hauptsächlich in Luftzeichen stattfinden. Im Gegensatz dazu fanden während der letzten 200 Jahre die Jupiter/Saturn-Konjunktionen hauptsächlich in Erdzeichen statt.
 

In eine aussergewöhnliche Zeit katapultiert

Dies bedeutet einen tiefgreifenden Wandel, der uns aus alten Sicherheiten herausreisst und in eine herausfordernde Zeit katapultiert, die uns ein neues Bewusstsein abfordert. Der Wechsel von Erd- zu Luftqualitäten bringt eine grössere Beweglichkeit und eine Potenzierung unserer Informations- und Kommunikationsmöglichkeiten mit sich. Er setzt allerdings eine ständige Lernbereitschaft voraus, damit wir fähig sind «mit der Zeit zu gehen» und nicht zurückbleiben und «von der Zeit verlassen werden», wie es im alten chinesischen Weisheitsbuch I Ging so treffend heisst. Besser bekannt und sinnverwandt mit dieser Aussage ist der, Michael Gorbatschow zugeschriebene, Ausspruch anlässlich seines Staatsbesuchs in der DDR im Oktober 1989: «Wer zu spät kommt, den bestraft das Leben». Damit wies Gorbatschow vorausschauend auf den tiefgreifenden Wandel hin, dem Osteuropa in den 1990er Jahren mit dem Wechsel vom Staatssozialismus zur  freien Marktwirtschaft ausgesetzt sein würde. Es brauchte Flexibilität, Risikobereitschaft und Unternehmergeist, um mit den Veränderungen fertigzuwerden, die sich in dieser Zeit für die Menschen im östlichen Teil des europäischen Kontinents vollzogen. Weniger als 10 Jahre zuvor war es 1980/81, erstmals nach 600 Jahren, zu einer Jupiter/Saturn-Konjunktion in einem Luftzeichen gekommen, und die Wucht der damit verbundenen Veränderung bekamen die Osteuropäer zu spüren. 
 

Mit einer Reihe von Herausforderungen konfrontiert

Für uns könnte die bevorstehende Veränderung etwas glimpflicher ablaufen, denn unsere Gesellschaft ist weniger in starre Formen eingebettet als die Staaten des Ostblocks es damals waren. Auch ist die Umwandlung zur Wissensgesellschaft schon ziemlich weit fortgeschritten, aber es stehen noch ernsthafte globale Probleme an, mit denen wir lernen sollten, besser umzugehen. Das Wichtigste davon ist zweifellos der Klimawandel, der ein Umdenken und eine Umstellung unserer Gewohnheiten erfordert. Ein weiteres hat damit zu tun, dass in einer Demokratie möglichst alle mitgenommen werden sollten. Bleibt ein grösserer Teil der Bevölkerung in Form Unzufriedener zurück, werden diese Menschen zum Substrat für Populisten. Sind viele mit ihrem Staatssystem nicht mehr zufrieden, weil sie das Gefühl haben, von den Politikern oder von der «Elite» übergangen zu werden, können populistische Anführer mit den Stimmen der Wutbürger ein bisher funktionierendes demokratisches System zum Kippen bringen. Dies ist nicht graue Theorie, wie das Beispiel der USA zeigt, und wir können von Glück reden, dass die grösste Demokratie der Welt den umstürzlerischen Bestrebungen des Volkstribuns Donald Trump standgehalten hat. Dabei ist es denkbar, dass die Wählerinnen und Wähler ohne das Aufkommen des Coronavirus und Trumps unfähiger Handhabung des Problems den Autokraten für weitere 4 Jahre durchgewinkt hätten. Dies hätte wohl ausgereicht, um das Land, in seiner Rolle als grösste Demokratie der Welt, aufgrund der ihm zugrundeliegenden Probleme abzuschreiben.

 

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Corona zwingt zum Umdenken

Dies veranlasst uns dazu, in der Bewertung des Corona-Problems differenziert vorzugehen. Wer darauf pocht, in Coronazeiten unabhängig von der vorhandenen Gefahr weiter so zu leben wie bisher und jede Änderung alteingesessener Gewohnheiten ablehnt, könnte riskieren, von der Zeit überrannt oder aber «zurückgelassen» zu werden, so wie es dem Autokraten Trump passierte, der sich selbst mit Händen und Füssen gegen das Tragen von Masken wehrte und die Ablehnung dieses bewährten Instruments zur Eindämmung der Infektionszahlen zum Credo seiner Partei erhob. In der gegenwärtigen Phase, in der wir uns befinden, kommen wir nicht umhin, uns an die Erfordernisse der Zeit anzupassen, indem wir uns, wenn immer erforderlich, von alten Gewohnheiten trennen.
 

Das Wassermannzeichen lädt uns dazu ein, uns neu zu erfinden

Dies hat viel mit der Aufforderung des Wassermannzeichens zu tun, uns neu zu erfinden. Dieses Zeichen zielt auf eine Gesellschaft, in der die Menschen sich von alten Konventionen und allfälligen Tendenzen zu einem Klassendenken verabschieden, um sich auf der Basis von Freiheit, Gleichheit und Brüderlichkeit in einer neuen Gesellschaftsform zusammenzutun. Dies bedeutet, von alten Statussymbolen Abstand zu nehmen, um sich unbelastet von der Vergangenheit neu zu Gruppierungen zusammenzufinden, die auf Sympathie und Wahlverwandtschaft beruhen. Diese Aufforderung gilt nicht nur, weil Jupiter und Saturn sich in diesem Jahr im Wassermannzeichen befinden, sondern weil demnächst, nämlich in 2 Jahren, auch Pluto vom Steinbockzeichen in den Wassermann wechselt. Bei diesem Planeten haben wir es aber mit dem langsamsten aller Gestirne zu tun, indem seine Umlaufzeit knapp zweieinhalb Jahrhunderte beträgt. Somit stellt sich die Frage, was sich in der Welt veränderte, als er letztmals ins Wassermannzeichen trat. Dies war 1778 der Fall, und die 20 Jahre, die er bis 1798 im Wassermann verbrachte, veränderten die Welt: Die Siedler in Amerika sagten sich vom Mutterland England los, der Mensch ging erstmals mit Hilfe eines Luftballons in die Luft und die französische Revolution brachte die Bürgerinnen und Bürger dazu, sich von der Herrschaft des Königs und des Adels zu befreien. Diese Selbstermächtigung des Volkes und die Bereitschaft, Neues auszuprobieren, z. B. mit dem Fliegen einen alten Traum des Menschen umzusetzen, sind klassische Entsprechungen des Wassermannzeichens und seines Herrschers Uranus. Von diesem Planeten sagt man, dass er, wenn er sich manifestiert, Altes abschüttelt, damit Neues entstehen kann. Dabei gibt es allerdings neue Gewinner und Verlierer, wie dies bei grossen Umwälzungen immer der Fall ist. Vom Alten muss insbesondere das weichen, was überholt und morsch ist, während das, was lebendig ist und der Zeitqualität entspricht, sich in einem neuen Kontext mit frischer Kraft entfalten kann.
 

Auch Mutationen sind Uranus-Entsprechungen

Ein gutes Beispiel dafür bietet uns die Natur. In dieser setzt sich das Prinzip durch, das durchsetzungsfähiger und lebendiger ist, während alte Lebensformen, die nicht mehr über die erforderliche Lebenskraft verfügen, durch neue, vitalere ersetzt werden. Auch die Viren zeigen uns die Gültigkeit dieses Prinzips auf, wobei sie sich auch in der Weise erneuern, dass sie mutieren. Durch Mutationen entstehen neue Formen mit Eigenschaften, die jenen früherer Ausgestaltungen überlegen sein können, worauf sich diese dann schneller und effektiver verbreiten als die bisherigen Lebensformen. Nun sind Mutationen weitere Entsprechungen des Planeten Uranus, und es kommt nicht von ungefähr, dass wir jetzt, und zwar zeitgleich mit dem Wechsel von Jupiter und Saturn ins Wassermannzeichen, seit der zweiten Dezemberhälfte mit Mutationen des Coronavirus konfrontiert werden, die unsere Pläne, die Viren durch eine Impfung definitiv auszuschalten, zunichte machen. Wahrscheinlich ist die Konsequenz daraus, dass wir lernen müssen, mit dem Virus zu leben, indem wir ihm abschauen, wie es sich selbst an neue Situationen anpasst, um den Gegner, der ihn zur Strecke bringen will, zu überlisten.
 

Uranus und die Zeit als bewirkende Kraft

Im Hinblick auf unsere Betrachtungen zur gegenwärtigen Zeitperiode ist nicht nur der Blick zurück auf die Zeit der Unabhängigkeitserklärung der Vereinigten Staaten sowie der Französischen Revolution oder des Falls der Mauer von Interesse, sondern auch auf die Periode um 1900, die der Kulturphilosoph Jean Gebser als «Einbruch der Zeit» und damit der 4. Dimension ins menschliche Bewusstsein bezeichnet hat. Dazu gehören die damalige Entdeckung der Radioaktivität und des Zerfalls der Materie, der über eine «Halbwertszeit» gemessen wird, die Relativitätstheorie von Einstein und die Auflösung der Form in der modernen Malerei – Phänomene, die die Veränderungen zu Beginn des 20. Jahrhunderts spür- und sichtbar machten. Es ist wohl nicht übertrieben zu sagen, dass damals die wesentlichen Elemente unserer modernen Welt entstanden, und die Qualität, die aus astrologischer Sicht dabei zum Ausdruck kam, war jene des Planeten Uranus, der, wie alle Astrologinnen und Astrologen wissen, uns täglich die Wirkung der Zeit veranschaulicht, indem ein Moment bewirken kann, dass «danach alles anders ist». Dazu gehören auch die Mutationen, die bis zur Mutationstheorie von de Vries, die um 1900 entwickelt wurde, als Prinzip in der Wissenschaft unbekannt waren und daher keine Gültigkeit hatten. Es galt nämlich bis 1900 der Grundsatz des Aristoteles, wonach «die Natur keine Sprünge macht». Erst um 1900 fanden jene Entwicklungen und Entdeckungen statt, die diese Anschauung infrage stellten. 

 

 

Am Anfang einer der grossen Perioden der Geschichte

Aufgrund des gegenwärtigen Hervortretens des Planeten Uranus, was auch über die Bedeutung der Mutationen sichtbar wird, besteht somit Grund zur Annahme, dass wir nach der Periode von 1780–1800, während welcher neben politischen Revolutionen auch die «industrielle Revolution» stattfand, der überaus bedeutsamen Zeit von 1900–1910, die unsere Wissenschaft und unsere Kommunikationsmittel revolutionierte, und der Periode der Wende von 1990 im Osten Europas nun in eine vierte Phase eintreten, die mit einer weiteren tiefgreifenden Veränderung unserer Weltbilder, Anschauungen und Kommunikationsmittel einhergeht. Immer stärker wird dabei das Prinzip des Planeten Uranus spürbar, der uns dazu ermuntert, Dinge nicht nur aus rationaler Sicht zu betrachten, sondern bei unserer Beurteilung auch Fähigkeiten einfliessen zu lassen, die uns unsere Intuition vermittelt. Dies geschieht in vielen Fällen darüber, dass bisherige Annahmen, die wir unseren Planungen zugrunde legten, durch die Umstände obsolet werden und wir deshalb veranlasst werden, nochmals über die Bücher zu gehen, um die Dinge aus einer anderen Warte zu betrachten. Die gegenwärtige Zeit, insbesondere seit dem Vollmond vom Donnerstag, 28. Januar, dürfte einige solcher Herausforderungen für uns parat halten. 
 


Fig. 1: Vollmond vom 28. Januar
28.01.2021, 20:16 MEZ
 

Der ungewöhnliche Vollmond vom 28. Januar

Das Bild des Vollmondes ist in Fig. 1 abgebildet. Uranus steht in Konjunktion mit Mars und Lilith im Stierzeichen, was ihn in besonderem Masse dazu geneigt macht, starre Formen aufzubrechen und im gesellschaftlichen Bereich Aussenseiterinnen und Aussenseiter ins Spiel zu bringen. Diese seltene Ballung von Faktoren – Lilith/Uranus- und Jupiter/Saturn-Konjunktionen gibt es nur alle 10 bzw. 20 Jahre –  findet im Quadrat zu Sonne/Jupiter/Saturn in Wassermann statt, was die Bedeutung des Uranus-Prinzip der Überraschungen verstärkt, wobei diese Spannungsfigur durch den Mond in Löwe widergespiegelt wird.
 

Uranus und die Zeitqualität

In Anbetracht der gegenwärtigen Bedeutung der vom Uranus verkörperten «Zeitqualität», womit gemeint ist, dass die «Zeit» als bewirkendes Prinzip in besonderer Weise zum Ausdruck kommt, lohnt es sich, diesem Faktor besondere Aufmerksamkeit zu schenken. So gelingt es, besser zu verstehen, was uns Ereignisse und Vorkommnisse mitteilen wollen. Dies ist die tiefere Beudeutung der Astrologie als Lebenshilfe: Einerseit über Transite und andere zeitliche Auslösungen im Voraus erkunden, was auf uns zukommt, wie wir uns darauf einstellen können und welche Alternativen wir haben. Andererseits durch Studium dessen, was uns passiert, besser verstehen, inwiefern wir die Zeitqualität optimal leben oder wir in bestimmten Lebensbereichen die Neigung haben, gegen den Strom der Zeit zu schwimmen. Nützliche Angebote sind dabei unsere Zeitanalysen und, wenn Sie keine Grosse Jahresvorschau für die kommende Zeit besitzen, die Analyse «Persönliche Wendezeit 2021», die elektronisch verfübar ist und Ihnen Auskunft darüber gibt, was Uranus, Jupiter, Saturn und Pluto in Ihrem Horoskop für die kommende Zeit anzeigen. Noch für das ganze Jahr aktuell ist im Weiteren die neue Analyse «Bewusstseinssprung 2021», die Ihnen hilft zu verstehen, was Jupiter und Saturn, inklusive ihrer Transite, für das Jahr 2021 für Herausforderungen und Chancen bringen.
 

Kollektive Entsprechungen

Wenn Sie hingegen wissen möchten, welche kollektiven Entsprechungen aufgrund der gegenwärtigen Konstellationen zu erwarten sind oder wie sich die aktuelle Lilith/Uranus-Konjunktion, die sich alle 10 Jahre ereignet, in der Vergangenheit manifestiert hat, verweisen wir, mit einem speziellen Artikel zu den Entsprechungen dieser bewusstseinsverändernden Konstellation während der letzten 90 Jahre, auf die Februar/März 2021 Nummer von Astrologie Heute, die am 1. Februar erscheint und bereits bestellt werden kann.

Den schwierigen Entsprechungen von Covid 19, die leider, in unterschiedlichem Masse, jeden von uns treffen können, gebührt weiterhin unser grösster Respekt. Meine Anteilnahme gilt allen von dieser schweren Krankheit getroffenen Menschen ebenso wie ihren Angehörigen. Dabei helfen geeignete Vorsichtsmassnahmen, die Krankheit fernzuhalten. Ich wünsche Ihnen dabei viel Erfolg. Bleiben Sie gesund! 
 

Mit herzlichen Grüssen

Claude Weiss