Astrologischer Finanzbericht - von Raymond Merriman
 

Finanzbericht für die Woche vom 13. 06. 2022

Rückblick und Vorschau

Der Verbraucherpreisindex stieg im Mai um 8,6 % gegenüber dem Vorjahresmonat, der höchste Anstieg seit Dezember 1981. Die Inflation bereitet dem Weissen Haus und Präsident Joe Biden politisches Kopfzerbrechen. Wie stark das FED die Zinsen anheben muss, bleibt abzuwarten. Der ehemalige Finanzminister Larry Summers hat kürzlich zusammen mit einem Team anderer Wirtschaftswissenschaftler ein Weissbuch veröffentlicht, wonach das FED noch weiter gehen muss, als von vielen erwartet wird. In dem Papier wird behauptet, dass die derzeitige Inflationslage näher an der Situation der 1980er Jahre liegt, als es den Anschein hat, weil der Verbraucherpreisindex damals anders berechnet wurde als heute. – Jeff Cox, «Inflation Rose 8,6% in May, Highest Since 1981», www.cnbc.com, 10. Juni 2022.

Ah, ja! Die derzeitige Inflation ist näher an der Situation der 1980er Jahren. Die Entwicklung der Wirtschaft und der Aktienmärkte unter Präsident Joe Biden folgt einem sehr ähnlichen Muster wie unter Jimmy Carter, dem US-Präsidenten, der im letzten 45-jährigen abnehmenden Saturn/Uranus-Quadratzyklus amtierte. Diese Ähnlichkeit wurde in unserem Prognose-Webinar vom Februar 2022 ausführlich beschrieben. 

Für Carter endete es nicht gut, und für Biden wird es vielleicht auch nicht gut enden, aber er hat immer noch Zeit, diesen Trend umzukehren. Es ist wirklich nicht so schwierig. Um die Inflation zu senken, muss das Angebot stärker erhöht werden als die Nachfrage. Eine Möglichkeit, die Nachfrage zu senken, besteht darin, die Zinsen zu erhöhen, was das FED gerade tut. Eine Möglichkeit, das Angebot zu erhöhen, besteht darin, die unterbrochene Versorgungskette zu reparieren und die Produktion zu steigern, vor allem bei dem am schnellsten steigenden Teil des Inflationsindexes, nämlich der Energie, insbesondere bei der Rohölförderung und -verteilung, die in den Zuständigkeitsbereich der Regierung fallen. 

Bidens Versuch, die Inflation zu senken, scheint darin zu bestehen, 1) die Rohölvorräte aus den strategischen Ölreserven des Landes freizugeben und 2) die Produktion alternativer Energiequellen zu erhöhen. Das Problem mit dem ersten Teil ist, dass man die Reserven zu einem viel höheren Preis zurückkaufen muss, als man sie errworben hat, was die Inflation letztlich noch weiter anheizt. Das Problem mit dem zweiten Teil ist, dass es wahrscheinlich noch 5–10 Jahre dauern wird, bevor alternative Energiequellen im Überfluss vorhanden sein werden, um die Energieprobleme der Nation zu lösen (mit dem nördlichen Mondknoten im Wassermann/Steinbock und Saturn in Konjunktion mit Uranus). In der Zwischenzeit ist es möglich, die Produktion und das Angebot zu erhöhen und gleichzeitig die Bemühungen um die Entwicklung alternativer Energiequellen zu verstärken. Man kann beides gleichzeitig tun, auch wenn man plant, die auf fossilen Brennstoffen basierende Energie bald der Vergangenheit angehören zu lassen. Das Problem besteht also nicht darin, dass unsere Energieprobleme und die Inflation nicht rückgängig gemacht werden können. Das Problem ist vielmehr, dass die Lösung dafür ein Politikum geworden ist.

Die Märkte haben das verstanden. In der vergangenen Woche zeigten sie ihr Verständnis, indem sie zunächst wie erwartet eine Ralllye starteten und dann am Donnerstag und Freitag einbrachen, als sich die Venus/Uranus-Konjunktion im Stier vom Wochenende näherte. Da die Venus in ihrem Herrscherzeichen Stier steht und der Mond vom 8. bis 10. Juni durch das andere Herrscherzeichen der Venus, die Waage, lief, hätte man erwarten können, dass der Markt bullisch sein würde. Doch die tatsächliche Marktentwicklung zeigte einmal mehr, wie die Korrelation wirklich funktioniert. Günstige geokosmische Signaturen und Aspekte korrelieren nicht notwendigerweise mit einem Hoch, sondern – ebenso wie disharmonische Signaturen – in erster Linie mit Umschwüngen. Und viele der weltweiten Aktienindizes erreichten ihr Hoch entweder am 31. Mai, also innerhalb von zwei Handelstagen nach der Mars/Jupiter-Konjunktion vom 29. Mai, oder Ende letzter Woche, also um die Venus/Uranus-Konjunktion im Stier. Dies wurde im MMA-Abonnenten-Report von letzter Woche behandelt, in dem es hiess: «Wir werden die Antwort wahrscheinlich diese oder nächste Woche erhalten, da die Venus am kommenden Wochenende (11. Juni) eine Konjunktion mit Uranus im Stier bildet. Dies ist ein ziemlich starkes Umschwungsignal und hat eine 76 %ige Korrelation mit starken Bewegungen innerhalb von 4 Handelstagen. Wir gehen davon aus, dass dies das Tief des 2–3-wöchigen Handelszyklus sein wird.»

In Asien und dem pazifischen Gürtel stiegen die Aktienmärkte in China, Hongkong und Japan Ende letzter Woche auf neue Zyklus- und Mehrmonatshochs. Indien verzeichnete eine schöne Rallye, die am 3. Juni endete und dann bis zum Ende der letzten Woche zurückging, während der australische ASX-Index auf den tiefsten Stand seit Januar fiel.

In Europa erreichten der Londoner FTSE und der Zürcher SMI am 31. Mai ihre Zyklushochs, und zwar im Orbis des kritischen Umschwungdatums (KUD), das mit der Mars/Jupiter-Konjunktion im Widder korreliert. Der niederländische AEX und der deutsche DAX erreichten am Montag, dem 6. Juni, Zyklushochs oder Doppel-Tops. Jeder dieser europäischen Indizes fiel dann am Freitag, den 10. Juni, auf ein Mehrwochentief.

In Nord- und Südamerika erreichte der brasilianische Bovespa sein Hoch am 30. Mai zum Drei-Sterne-KUD und stürzte bis Freitag, den 10. Juni, ab. Alle großen US-Indizes erreichten ihre Spitze am 1./2. Juni im Orbis der Mars/Jupiter-Konjunktion, erlebten bis Anfang letzter Woche eine zweite Rallye und fielen dann ebenfalls bis Freitag, den 10. Juni, im Vorfeld der starken Venus/Uranus-Konjunktion. 

Auch Gold zeigte eine starke Reaktion auf die Venus/Uranus-Konjunktion vom Freitag. Das gelbe Metall fiel auf 1826,50, den tiefsten Stand seit dem 19. Mai. In typischer Uranus-Manier vollzog es dann aber eine Kehrtwende und legte bis zum Ende des Tages eine bemerkenswerte Rallye auf 1879,60 hin, den höchsten Kurs seit dem 9. Mai. Silber fiel am Freitag ebenfalls auf ein neues Mehrwochentief bei 21,73, konnte aber nicht einmal über sein Vortageshoch steigen, was auf eine mögliche bärische Intermarkt-Divergenz zu Gold in dieser Umschwungzone hindeutet.

Interessant waren auch die Kryptowährungen. Ethereum fiel am Freitag auf 1658, den tiefsten Stand seit dem 26. März 2021. Bitcoin fiel jedoch nur auf 28.814 und damit deutlich über sein Tief vom 12. Mai bei 25.350.

Kurzfristige geokosmische Signaturen und längerfristige Gedanken

«Es ist ein aussergewöhnlicher Moment: Wir haben die erste Pandemie seit 100 Jahren. Wir haben die erste Invasion in Europa seit 75 Jahren. Und wir haben die erste weltweite Inflation seit 40 Jahren», sagte Ted Pick, Co-Präsident von Morgan Stanley. «Wenn man sich die Kombination, das Zusammentreffen von Pandemie, Krieg und Inflation ansieht, signalisiert dies einen Paradigmenwechsel, das Ende von 15 Jahren finanzieller Zügelung und die kommende nächste Ära.» – Hugh Son, «A Paradigm Shift Has Begun in Markets», www.cnbc.com, 5. Juni 2022.

Hatten wir nicht ursprünglich 2007/08 gesagt, dass wir eine Inflation wollen, als die Aktienmärkte abstürzten und das FED die Zinsen von über 5 % auf Null senkte? War die Idee nicht, dass die Nullzinspolitik und die quantitative Lockerung schliesslich eine Inflation verursachen würden und wir uns damit aus der Welt- und Staatsverschuldung «herausblasen» könnten? Was, wenn dies die Zerstörung der Rentner und Sparer bedeutete, die 50.000 Dollar pro Jahr an Zinsen auf die eine Million Dollar, die sie ihr ganzes Arbeitsleben lang gespart hatten, einstreichen konnten? Mit dem Ingress von Pluto in den Steinbock wurden die Senioren und Rentner entbehrlich. Steinbock regiert «das Alter», Pluto «die Entbehrlichen». Es herrschte eine Diskriminierung des Alters. Bitte, werden Sie sie los. Schafft sie aus unserem Blickfeld, zumindest bis zum Wahltag, denn sie wählen immer noch. Aber das könnte sich ändern, wenn Pluto sich auf seinen ersten Ingress in den Wassermann am 23. März 2023 vorbereitet. Inflation und Zinssätze beginnen zu steigen. Für Senioren und Sparer könnte sich ihr Status in der Gesellschaft wieder verbessern und sie sind nicht mehr die «vergessene Klasse». Diese Bezeichnung könnte auf die Jugend übergehen, die vom Wassermann regiert wird.

Steinbock und Wassermann sind auch für Regierungen von grosser Bedeutung. Unter Pluto im Steinbock erlebten wir, wie die Demokratie einen Rückschlag erlitt, sogar in Nationen, die eigentlich demokratisch sein sollten, und die Autokratie zunahm. Es liegt in Plutos Natur, die menschlichen Aktivitäten, die von dem Zeichen, in dem er steht, beherrscht werden, zu stärken, zu entmachten – oder sogar zu zerstören. Im Steinbock nehmen Diktaturen und die Macht der Zentralregierungen über den Einzelnen zu. Im Wassermann wird der Drang nach individueller Freiheit, Gleichheit und Demokratie entweder durch den Konsens des Kollektivs (Demokratie) gestärkt oder durch den Willen mächtiger Minderheiten (ebenfalls Wassermann), die auf eine Revolution und die Zerstörung des ganzen Systems aus sind, entmachtet. Pluto im Wassermann kann genau so sein. Entweder reformieren oder niederbrennen, sagt Pluto. Wassermann wird entweder mit Brillanz und revolutionären Lösungen für die globalen Probleme in Verbindung gebracht oder mit den Taten psychisch Kranker, die die Erde in Schutt und Asche legen und denen die Freiheit und Gleichheit der Menschen, geschweige denn das Leben selbst, völlig egal ist. 

Doch es gibt Hoffnung, denn Uranus läuft in die Zwillinge und bildet in der Mitte dieses Jahrzehnts ein Luft-Trigon zu Pluto im Wassermann. Die Möglichkeit der Ermächtigung der Massen und das Konzept der Wiederbelebung der Demokratie sind nicht auszuschliessen. Schliesslich stehen Wassermann und Uranus für eine Renaissance, und es gibt kaum eine bessere kosmische Gelegenheit dafür, als ein Trigon zwischen diesen beiden äusseren Planeten.

Bezogen auf das Marktumfeld der nächsten Woche, stellen wir fest, dass die Venus am 18. Juni ein Quadrat zu Saturn bildet. Damit wird die «Auslösung» des Saturn/Uranus-Quadrats (11.–18. Juni) durch die Venus abgeschlossen. Der gesamte Zeitraum ist ein Zeitfenster für einen Umschwung. Mit Uranus kann es zu einem Zusammenbruch der Kurse kommen, wie in der vergangenen Woche bei Aktien und T-Notes nach dem überraschend starken und enttäuschenden VPI-Bericht. Jeder Markt in der Nähe eines langfristigen Tiefs oder Hochs ist anfällig für einen Ausbruch. Bei Saturn wird jeder rückläufige Markt zu einem Kaufkandidaten. 

Eine noch stärkere Korrelation zu Umschwüngen als das Venus/Saturn-Quadrat vom 18. Juni ist das Sonnen/Neptun-Quadrat vom 16. Juni. In der nächsten Woche wird es also wahrscheinlich zu einer Rückkehr von Sorgen, Bedenken und Verwirrung kommen, während Mars und Jupiter im Widder auf Hochtouren laufen und reich werden wollen. Schliesslich geht es bei Wirtschaftsberichten wie dem Verbraucherpreisindex um die Vergangenheit. Es wird nicht lange dauern, bis die Trader anfangen, nach vorne zu blicken und den Blick von Depression und Angst wieder auf Hoffnung und Gier zu richten. 

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"Voraussagen für 2022"

Die jährlichen Voraussagen, die seit 1976 von Raymond A. Merriman verfasst werden, bieten einen einzigartigen, präzisen Ausblick auf das jeweils kommende Jahr. Unter Anwendung von Zyklenforschung und mit Hilfe geokosmischer Faktoren werden in diesen jährlichen "Voraussagen" die politischen, wirtschaftlichen und finanzmarktrelevanten Trends für wichtige Länder und Märkte prognostiziert.

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